1925
Bereits vor dem ersten Weltkrieg bestand in der Nachbargemeinde Haimbach ein Musikverein, der nach der kriegsbedingten Pause im Jahr 1918 die Tätigkeit wieder aufnahm. Die Kapelle setzte sich aus Bläsern der Gemeinde Haimbach, Maberzell und Mittelrode zusammen.Diese Musiker und die Bläser aus Maberzell bildeten den Stamm der Kapelle. 1924 traten Unstimmigkeiten auf. Die Gruppe aus Mittelrode entschloss sich daher, einen eigenen Verein zu gründen.Ernst Willken sen. ergriff im Winterhalbjahr 1924 /25 die Initiative und gründete 1925 mit 20 Musikern den Musikverein Mittelrode. Ab 1926 trat die Kapelle des Musikvereins Mittelrode auch als "Feuerwehrkapelle Oberrode" auf. Sie spielte zu Fest- und Tanzveranstaltungen und untermalte kirchliche Feierlichkeiten.
Nach der Machtübernahme der Nationalsozialisten wurde die SA-Kapelle gegründet, in der die Bläser der Musikvereine Mittelrode und Rothemann den Grundstock bildeten. Man uniformierte diese Kapelle, die im Gasthaus Hohenzollern (heute Hotel Lenz in Fulda) ihre Proben abhielt. Einige traten der sogenannten politischen Leiterkapelle (NSPO) bei. Trotz dieser Strömungen hielt man die Örtliche Musiktätigkeit aufrecht, die sich jedoch durch die Einführung von Arbeitsdienst und Wehrpflicht immer schwieriger gestaltete. Die Zivilvereine wurden streng überwacht. So musste z.B. jeder Laienmusiker Mitglied der Reichsmusikkammer sein. Trotz dieser politisch bedingten Schwierigkeiten konnte der Musikverein Mittelrode auch während des 2. Weltkrieges seine Tätigkeiten fortsetzen.
Durch den schmerzlichen Verlust von fünf Vereinskameraden im 2. Weltkrieg und die Späte Rückkehr aus Kriegsgefangenschaft einiger Mitglieder wurde die Wiederaufnahme der Vereinstätigkeit erheblich erschwert. Josef König, im Frühjahr 1946 aus der Gefangenschaft zurückgekehrt, sammelte einige junge Musikinteressierte, lernte sie an und trug dazu bei, das zum "weißen Sonntag" die Feier der Erstkommunikanten musikalisch umrahmt werden konnte.
Jugendliche Bläser, überwiegend aus den Gemeinden Mittel- und Oberrode konnte man für die Blasmusik begeistern. Berufsmusiker Prestin aus Oberrode übernahm die Ausbildung der Bläser aus Oberrode. Nach einer sich Anfangs abzeichnenden Absplitterung dieser Gruppe konnte die Einheit jedoch erhalten werden. Es folgte eine Phase andauernder Leistungssteigerung.
1950
1950 trafen sich, Vertreter mehrerer Musikvereine, darunter Josef Köhler als Vertreter des Musikvereins Mittelrode, in der Gaststätte Vemelsruh, in Oberrode und gründeten den Musikbund Fulda-Land-West dem der Musikverein Mittelrode bis heute angehört.Dieser Bund hat sich die Pflege der Blasmusik als überörtliche Ebene zur Aufgabe gemacht.
Ebenfalls im Jahre 1950 feierte der Musikverein Mittelrode sein 25-jähriges Bestehen.
1963 kam es zur Spaltung der Kapelle; die Gründung einer 2. Kapelle in Mittelrode war die Folge. Trotz intensiver Anstrengungen konnten die Lücken nur langsam geschlossen werden. Hierbei wurde der Verein durch den Musikverein Hamerz unterstützt.
1975
Die Aufbauarbeit wurde fortgesetzt, Es erging der Aufruf an die Jugendlichen, ein Blasinstrument zu erlernen. Infolge dieser Entwicklung stieg die Zahl der aktiven Musiker. Zum 50. Vereinsjubiläum stand man wieder auf eigenen Füßen. Die Kapelle bestand aus 24 Bläsern und einigen jungen Nachwuchsbläsern. Zu dieser Zeit hatte der Verein 100 Mitglieder. Durch diese Stolze Mitgliederzahl war es möglich, das 50-jährige Jubiläumsfest an Pfingsten 1975 in eigener Regie durchzuführen. Gäste aus Stadt und Land feierten mit uns drei Tage lang im meist überfüllten Festzelt.
Dank vieler Helfer und der großen Zahl der Festbesucher konnte der Verein einen ansehnlichen Reingewinn verbuchen. Der finanzielle Grundstock für den Bau eines Vereinshauses war geschaffen. Durch den Vereinshausbau waren vielseitige Einschränkungen nötig, folglich kamen Vereinsleben und Geselligkeit zu kurz.
Ein neuer Abschnitt in der Vereinsgeschichte hatte begonnen. Die aktiven Mitglieder nahmen trotz zeitlicher Probleme an jeder musikalischen Veranstaltung teil, um die gute Verbindung zu den anderen Vereinen zu erhalten.
Höhepunkte der Auftritte waren der Hessentag 1981 in Bürstadt, der Hessentag 1983 in Lauterbach, die jährlichen Bundesmusikfeste. Die Kapelle wusste bei allen Auftritten zu begeistern. Außer dem jährlichen Vatertagsfest feierten wir 1984 das Bundesmusikfest, das wieder viele Besucher nach Mittelrode lockte.
1985
1985 stand ganz im Zeichen des 60-jährigen Vereinsjubiläums. Doch nicht nur organisatorisch war viel zu leisten, auch musikalische Auftritte mussten wahrgenommen werden: im Juni 1985 konnten allein 14 Auftritte gezählt werden. Im Jahr des 60. Gründungsfestes zählte der Verein 151 Mitglieder, davon 36 aktive Musiker.
Im Jahr 1989 zeichnete sich ein Umbruch in der aktiven Kapelle ab. Altbewährte Kräfte des Musikvereins zogen sich aus dem "aktiven Dienst" zurück, die jungen Musiker waren fortan gefordert und verstanden es die Vereinstraditionen fortzusetzen.
In den folgenden Jahren wurden die zum Teil mehrtägigen Ausflugsfahrten zu einer festen Einrichtung im Vereinsleben (Okt.87 - Ausflug nach Würzburg / Okt.89 - Fahrt nach Steinach in Tirol / Okt.91 Fahrt nach Neustadt am Titisee im Schwarzwald / Okt.92 - Ausflug nach Coburg / Aug.93 - Fahrt an die Mosel / Okt.97 - Fahrt in den Bayrischen Wald / Okt.99 - Musicalfahrt nach Hamburg / Okt.02 - Fahrt ins Erzgebirge).
Auch konnten die musikalischen Aktivitäten ausgedehnt werden. So spielte unsere Kapelle bei der Bundesgartenschau in Frankfurt im Sommer 1989 zu einem Platzkonzert auf. Die Teilnahme am Hessentagsfestzug 1990 in Fulda sowie der Festumzug zur 1250-Jahr-Feier der Stadt Fulda 1994 waren weitere musikalische Höhepunkte.
1992 konnten die aktiven Musiker endlich mit den langersehnten neuen Uniformen ausgestattet werden, da sich die finanzielle Situation wieder erholt hatte.
1993
Im Jahr 1993 entschloss man sich, das bestehende Vereinshaus zu erweitern. Mit den Arbeiten wurde um Frühjahr 1994 begonnen. In den folgenden Jahren mussten viele Hand- und Spanndienste geleistet werden, um die Arbeiten erfolgreich beenden zu können. Pünktlich zum 70-jährigen Jubiläumsfest im Jahr 1995 konnte die Einweihung des Anbaus vonstatten gehen. Weitere Umbau- und Renovierungsarbeiten wurden in den Jahren 1996 - 2000 durchgeführt.So können wir heute mit Stolz auf ein Vereinshaus blicken, das Ausdruck der Geschlossenheit im Verein und des gesunden Vereinslebens ist.
aktuell
Neben den vielen Auftritten bei befreundeten Vereinen, bei Jubiläen und religiösen Veranstaltungen fand am 31. März 1997 der erste Konzertabend des Musikvereins Mittelrode im Bürgerhaus Kleinlüder statt. Die Begeisterung der Musiker und die Zustimmung der Zuhörer waren Stimulanz, aus diesem Ereignis eine dauerhafte Einrichtung zu machen. So folgten Konzertabende in den Jahren 1998, 1999, 2001 und 2003 jeweils im Bürgerhaus Kleinlüder.Die gute Mitarbeit der Musiker und das erreichte musikalische Niveau gaben den Ausschlag, im Dezember 1998 eine CD-Aufnahme zu wagen. So ist es heute möglich, den Wengehöfer Marsch, die Rodataler "Nationalhymne", nicht nur bei "Live"-Auftritten zu hören.
Der Wengehöfer Marsch wurde nach einem Bauernhof in Oberrode benannt: "De Wengehof" (hochdeutsch: Winnenhof), wo sich in früheren Jahren eine Gaststätte befand. Da in der damaligen Zeit nicht so viele Feste stattfanden wie heutzutage, war die Teilnahme und die Stimmung bei den dort abgehaltenen Festen entsprechend gut. Die Melodie aus dieser Zeit, für die keine Noten existieren, wurde von Generation zu Generation weitergegeben. In den 80er Jahren wurde ein Text für das Lied gedichtet. "De Wenghöfer" gehört zum ständigen Repertoire des Musikvereins und ist bei jedem Auftritt ein Pflichtstück.
Jährliche Veranstaltungen der Musikvereines wie "Gemütlicher Vereinsabend" im Januar, unser traditionelles Vatertagsfest, Familien- und Grilltage sowie Vereinsfahrten sorgen dafür, dass das Vereinsleben nicht zu kurz kommt.
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